Herzlich Willkommen auf Adi's Homepage

Standpunkt Nr.11 vom 18.Juni 2009

AJZ bringt frische Ideen

Ich erinnere mich noch genau, als ich mit 9 erstmals in die Pfadi ging bastelten wir Ritterrüstungen und Schwerter - soooooooo cool! Von da an war für mich der Samstagnachmittag jeweils der Höhepunkt der Woche: Im Wald „umestriele“, Hütten bauen, und tausendmal das Pfadibüechli nach neuen Tricks zu durchlesen machte mir Spass. Und auch heute denke ich: Solothurns Kinder und Jugendliche haben eine breite Palette von Möglichkeiten und Angeboten, ihre Freizeit zu gestalten und in den Ausgang zu gehen. Unzählige Vereine und Organisationen bieten dabei die Möglichkeit, Sport zu treiben, Musik zu machen oder einfach Gleichaltrige zu treffen. Sinnvolle Betätigungen‘ sagen wir Erwachsene dazu. Dennoch: Immer mehr Jugendliche sehen das nicht so und suchen nach anderen Freizeitbeschäftigungen, die nicht von uns Erwachsenen organisiert werden. Seit gut einem Jahr bemüht sich daher eine Gruppe junger Solothurnerinnen und Solothurner mit kreativen und sympathischen Aktionen um ein autonomes Jugendzentrum (AJZ) in der Stadt. Ich glaube, dass wir die Pflicht haben, auch diese Bemühungen zu unterstützen.

 

Von Adrian Würgler, SP Stadt Solothurn

 

Sympathische und kreative Aktionen

Um auf ihre Forderung nach einem Ort, an dem sie sich ohne Eintritt und Konsumzwang treffen und kreativ sein können, aufmerksam zu machen, hat dieser „bunte Haufen Jugendlicher“ am 26. April letzten Jahres auf dem Klosterplatz ein „fröhliches, multikulturelles und witziges Strassenfest“ mit etlichen künstlerischen Darbietungen und Musik veranstaltet. Diesen Frühling dann, hat diese Gruppe den Gemeinderatssaal ,gestürmt‘ und ihr Anliegen in Form einer Petition Kund getan. Auch wenn der eine oder andere ob der unorthodoxen Vorgehensweise irritiert sein mag - ich halte solche Aktionen für ein wichtiges Zeichen von jungen engagierten Menschen, welche auf kreative, konstruktive und sympathische Art und Weise auf ihre Anliegen aufmerksam machen.

 

Eigennutz vor Gemeinsinn

Ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Fragestellungen und Gesetzte der Ökonomie viel zu stark in unser Denken eingebrannt haben. Viel zu oft steht sowohl bei politischen als auch bei persönlichen Entscheidungen und Kontakten die Frage nach dem eigenen Nutzen im Vordergrund; der tiefere Sinn einer Sache und seine gesellschaftliche Bedeutung sind oft zweitrangig. Laut Untersuchungen des deutschen Soziologen Wilhelm Heitmeyer wägen fast 80% der Deutschen genau ab, welchen persönlichen Nutzen sie aus dem Kontakt mit Menschen haben. Für die Schweiz wird das kaum anders sein. Und fast genauso viele halten es für angemessen, ihren Mitmenschen die wahren Absichten, die hinter ihren Handlungen stecken, nicht mitzuteilen.  Erschreckend, wie ich finde. Gerade in einer solchen Zeit, in der sich so vieles nur um Eigennutz, Konsum und Aussehen dreht, tun uns engagierte Jugendliche, die sich ohne Konsumzwang treffen wollen und die kreativ sein wollen, mit ihren frischen Ideen gut.

 

Die Stadt soll voran gehen

Momentan sind Vertreter der Stadt Solothurn mit den Jugendlichen zusammen auf der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft für ein solches AJZ. Soviel ich gehört habe, ist die Suche aber am Stocken. Ich halte es für wichtig, dass diesbezüglich bald einmal eine Lösung gefunden werden kann, die für beide Seiten stimmt. Klar ist, dass uns Solothurnerinnen und Solothurner auch etwas kosten wird und ich glaube, dass es uns das Wert sein sollte: Solothurn darf und soll hier voran gehen.

 

AJZ regional verankern

Aus meiner Sicht ist aber auch klar, dass unsere Regionsgemeinden an diesem Karren mitziehen sollten, denn ein AJZ soll und wird viele Jugendliche aus der ganzen Region anziehen. Ich glaube daher, dass es Sinn macht, sowohl bereits bei der Suche nach einem geeigneten Standort als auch bei der Finanzierung des AJZ die Regionsgemeinden miteinzubeziehen. Ein AJZ soll schlussendlich nicht nur städtisch, sondern regional verankert sein.

 

P.S. Landhausquai

Am 30.Juni, zwei Tage nach den Wahlen notabene, soll im Gemeinderat nach über einem Jahr endlich die Antwort des Stadtpräsidenten auf das Postulat für einen verkehrsfreien Landhausquai vorliegen. So kurz nach den Wahlen ahne ich da aber nichts Gutes. Dran bleiben ist aber Ehrensache.